Montag, 8. Juni 2020

Wir senken die Kosten! 20 % Corona-Rabatt bis 31.03.2021 auf Online-Nachhilfeangebote.

Online-Nachhilfe 20 % Corona-Rabatt bis 31.03.2021!

Mit dem Lernwerk Corona-Bildungslücken schließen. JETZT!

Unterrichtsausfälle, Schulchaos, Lehrermangel und Unsicherheiten ohne Ende. Bildungslücken vergrößern sich täglich. Unser Konzept aus dem Corona-Dilemma:

  1.  Im Lernwerk - Unterricht ist EINZELUNTERRICHT. Effektiv, mit Abstand, persönlich.
  2. Unterstzüzungen (auch) per Video direkt zu Dir nach Hause.
  3. Wir haben den Lehrstoff von allen Schulen, Bundesländern, Fächern und Klassenstufen.
    Materialien erhaltet Ihr kostenfrei zum Unterricht
  4. Wir holen systematisch den wichtigsten Unterrichtsstoff auf und bereiten auf das neue Schuljahr oder auf Prüfungen (ESA, MSA, ABI) vor
  5. Bei uns gibt es keine Vertragsbindung, Aufnahmegebühren etc. Ihr zahlt nur genommene Stunden.
  6. Wir reduzieren die Gebühren bis 31.12.2020 um 10 %. Unser Corona-Bonus für Euch!


Donnerstag, 4. Juni 2020

15 Jahre Neurofeedback im Lernwerk. 15 Jahre erfolgreiche ADHS,- Depressions,- Schlaganfall-Therapien.

Was ist Neurofeedback? Wem hilft diese Therapieform?


Der link weist auf die Seiten des Deutschen Netzwerkes für Neurofeedback. Dieses Netzwerk vereint zertifizierte Neurofeedback-Anbieter in Deutschland und informiert neutral und wissenschaftlich über die Möglichkeiten und Formen des Neurofeedbacks.

Weiter Infos unter:
www.lernwerk-ag.de

Mittwoch, 13. Mai 2020

Das unerkannte Leiden - verdecktes unbehandeltes Schielen. Eine Ursache für Schulversagen und burnout.

 Liebe Eltern, Klienten und Ratsuchende:

Ich möchte Ihnen meinen Leidensweg kurz schildern. Nach 8 Schuljahren (die 8. Klasse hatte ich durch den Sprung von der Realschule auf die Hautschule nicht besucht), wurde ich mit einem Haupschulabschluß entlassen. "Nicht dumm, aber unkenzentriet, wegträumend, unlesbare Handschrift.." waren die Urteile der Lehrenden. Ärzte fanden, ich sei gesund, sportlich (immerhin, auch wenn Ballsport absolut nicht möglich für mich war) und gehe dann eben in die Lehre.
So war es 1974 und so ist es immer noch!

Mit 50 Jahren (ich hatte bisdahin Volks- und Betriebswirtschaft studiert und gut abgeschlossen, war Vorstand einer Holdig und verantwortet 500 Mitarbeiter), begann ich Doppelbilder zu sehen.

Diesen Schock wünschen ich niemanden: Verdacht Hirntumor. Dann das ganze Programm: Röhre, EEG etc. Das Ergebnis: Nichts zu finden.

Ich erinnerte mich an einen Augenoptikerkollegen (ich bin gelernter Augenoptiker, was dem Ganzen die Krone aufsetzt), der sich auf dem Gebiet Funktionaloptometrie weltweit einen Namen gemacht hat: Claus Ellinghaus. Er fand nicht nur die Ursachen heraus (massivstes Höhen- und Seiten"schielen"), sondern trainierte die Augensteuerung. Das half massivst. Den restlichen nicht therapierbaren Problembereich beseitige ich duch das Tragen vorn Prismengläsern.

Seit dem lese ich wesentlich schneller, sehe keine Doppelbilder mehr und bins kognitiv leistungsfähiger. Das Schlimme an dem Nichterkennen ist, dass die Kompensation, die das Gehirn pausenlos vollbringen muss, irgendwann zu schweren Symptomen führt (z. Bsp. Doppelsehen).

Wir im Lernwerk Therapiezentrum haben diesen Aspekt stets im Fokus, wenn es um die Ursachendiagnostik von LRS, Burnout; Depressionen etc. handelt.

In dem Link finden Sie einen Bericht eines der weltweit führenden Augenärzten:


hier geht es zum Link:
Das unerkannte Leiden - verdecktes unbehandeltes Schielen. Eine Ursache für Schulversagen und burnout.


Beratungsgespräche vereinbaren Sie bitte über unsere Zentrale: Tel:: 040 79685666

Sonntag, 10. Mai 2020

Vom Mittelmaß zum 1,0 ABI. Die Tricks der 1 er Kandidaten.

Aus der FAZ, vom 10.05.2020

„Lernen kann übel
geil sein“ 



Schüler Tim Nießner, 17 Jahre, hat fast 100 1,0-Abiturienten über ihre Strategien befragt. Hier die besten Tricks, wie man in der Schule besser wird – und warum man sich immer zweimal melden sollte.
Wie sah dein Schulalltag in den letzten Wochen zu Hause aus?
Ich stand immer um 9 Uhr auf. Da die meisten Lehrer Wochenaufgaben schickten, setzte ich mich immer montags und dienstags hin und machte das meiste, dann hatte ich die restliche Woche frei.

Du leidest offe bar nicht an Aufschiebeitis?
Nein, aber dadurch, dass wir immer etwas abgeben mussten, war der Druck ja da.

Du bist in der 12. Klasse und hast ein Buch darüber geschrieben, welche Tricks es gibt,
um ein sehr gutes Abitur zu machen. Wer ist deine Ziel gruppe?

Es ist ein Buch für alle Schüler, die nicht so gut sind und besser werden wollen. Und für
Schüler, die jetzt schon gut sind und sehr gut wer den wollen.

Du warst früher ein mittel mäßiger Schüler, jetzt sagst du: „Lernen ist übel geil.“ Wie
kam es dazu?
Ich habe zwei Geschwister, die genau gleich alt sind, wir sind Drillin ge. Ich war immer
der schlechteste. Nach der vierten Klasse gingen meine Geschwister und alle meine
Freunde aufs Gymnasium, und ich musste als Einziger auf die Gesamtschule in unserer Nachbarstadt gehen. In der 5. und 6. Klasse wurde ich immer schlechter und hatte einen Notendurchschnitt von 3,0. Dabegann mein Umde ken.

Einfach so?
Nach dem ich das Zeugnis zu Hause gezeigt hatte und alle nicht so happy waren, saß ich auf meinem Bett und dachte: Wie bin ich hier hingekommen? Ich bin ja kein dummer Schüler. Da habe ich mich entschieden: Ich habe kein Bock mehr darauf, so schlecht zu sein. Ich möchte ab jetzt besser werden. Ich nahm mir vor, den Notendurchschnitt zu erreichen, den meine Mutter im Abi hatte: 2,6.

Hat es ge klappt?
Allerdings. Am Ende der siebten Klasse stand ich auf 1,9.

Also hast du einen Ehrgeiz entwickelt?
Am Anfang nicht unbedingt. Weil ich in der Schule schon immer gegen über meinen Geschwistern ab geschlagen war, dachte ich: Ich messe mich erst gar nicht mit ihnen. Außer beim Fußball spielen: Da zählten mein Bruder und ich, wie viele Tore jeder schießt. Als ich dann 1,9 er reicht hatte, hat mich schon der Ehrgeiz gepackt.

Und die Tricks, mit denen du bes ser wurdest, stehen in dem Buch?
In erster Linie sind es Tricks der 1,0er- Schüler. Diese Verbesserung von schlecht auf gut, die habe ich schon selbst erlebt. Aber ich wollte wissen, wie man richtig gut wird, wie man das letzte Stück schafft, die 1,0. Also habe ich fast hundert Abiturienten mit diesem Schnitt gefragt, wie sie dahin
kamen.

Vielleicht weil sie hochbe gabt sind?
Die Überflieger gibt es auch, das ist aber nur ein kleiner Prozentsatz. Und die haben auch keine Tipps, weil sie nicht lernen müssen. Ich habe die gefragt, die normal intelligent sind und trotzdem Bestnoten erzielt haben.

Was ist der wichtigste Tipp?
Eines der wichtigsten Dinge ist das Mündliche. Generell wusste ich schon, dass es wichtig ist,
sich viel zumelden. Aber seit ich die Interviews geführt habe, hat es klick gemacht.

In wiefern?
Wenn man schlecht ist und besser werden möchte, ist das Mündliche die zeitsparendste Methode. Wer sich während des Unterrichts beteiligt, muss sonst nicht mehr viel machen. Man geht nach Hause
und hat frei, denn das meiste hat man schon gelernt, indem man aufgepasst hat. Und das macht man automatisch, wenn man sich beteiligt. Vor den Klausren kann man dann seinen Freunden zu gucken, wie sie auf Whatsapp noch hektisch fragen: Was muss ich noch mal lernen?

Aber jeder kennt auch die Schüler, die schwafeln, nur um sich gemeldet zu haben.
Im Buch gibt es einen Plan mit verschiedenen Levels: wie man zum Beispiel anfängt, sich zu beteiligen, wenn man in einem Fach gar nichts weiß. Da sollte man sicher sein in dem, was man sagt. Nur so kann man das Vertrauen der Lehrer bekommen und nicht den Ruf: Der meldet sich viel, aber hat keine Ahnung. Was ich aber vor allem gemerkt habe: So bald man wirklich versucht, das
Thema zu verstehen, ist es viel interessanter. Bei Mathe zum Beispiel checkt man vielleicht gar nichts und denkt, das ist übel schwer, aber so bald man auf passt und versucht, das Thema zu verste hen, ist es auch viel ein facher, etwas zu sagen.

Ein wichtiger Punkt ist die Motivation, wenn man Schule eigentlich doof findet.

Dein Tipp ist es, mit Visionen zu arbeiten.

Wie sehen die aus?
Erst mal muss man sich die Frage stellen, warum möchte ich überhaupt gut in der Schule sein. Ist da irgendwas, woran ich mich festhalten kann? Wenn man zum Beispiel den Berufswunsch Arzt hat, kann man sich in den Moment hineinversetzen, wenn man sein Zeugnis oder seine Zulassung für
das Medizinstudium be kommt.


Du rätst davon ab, bauchfrei oder in Jogginghose in die Schule zu kommen.
Warum?
Es gibt immer noch viele ältere Lehrer, die denken, eine Jogginghose ist zum Sport machen, aber nicht zum draußen rumlaufen. Und natürlich gibt es auch Klischees: Wer mit einem Trainingsanzug und Goldkette an kommt, wird direkt in die Assi-Schublade gesteckt.

Dies ist ein kleiner Auszug aus dem Artikel und dem Interview in der FAZ. Die Fragen stellte Anke Schipp.
Das Buch von Tom Nießner „Die geheimen Tricks der 1,0er-Schüler.
Wie du in der Schule richtig durchstartest“ erscheint am 12. Mai 2020 (mvg Verlag, 304 Seiten, 14,99 Euro). Den Video kurs kann man unter www.einskommanullacademy.de vorbestellen.

Donnerstag, 30. April 2020

Skype-Nachhilfe an sofort auch im Lernwerk Hamburg-Mitte buchbar! Tel.: 040 - 257767360


Skype- Nachhilfe
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Einzelunterricht
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Flexible Stundenverteilung über 15 Monate

Montag, 23. März 2020

Lehrer sind auch nur pupertierende Schüler...

Respekt muss man vorleben, Kollegen!



Desinteressiert und teilnahmslos seien sie: So klagen Lehrer über viele ihrer Schüler. Doch wenn die Pädagogen dann selbst was lernen sollen, benehmen sich manche genauso daneben wie die Kids. Ein Bericht aus der Praxis. 


Von Paul Klingen, aus der FAZ

Donnerstag, kurz vor 8 Uhr, ich schaue in den Vortragsraum. In der Aula einer weiterführenden Schule in Nordrhein-Westfalen sind Tische und Stühle zu einer Art Klassenraum für etwa 80
Erwachsene arrangiert. Beamer und Laptop funktionieren. Thema des Fachtages, für den die Schule mich als Referenten verpflichtet hat: „Aktivierung der Schülerinnen und Schüler in herausfordernden
Klassen“. Es soll um Motivation und Lernbereitschaft gehen, um Konzentration, Zuverlässigkeit und Selbstbeherrschung. Vielen Schülern mangelt es genau daran. Immer wieder klagen Lehrer über
fehlenden Respekt, Nachlässigkeit und Teilnahmslosigkeit. Nicht nur an dieser Schule erschweren Störungen den Unterricht und lassen ein effektives Lernen kaum zu. Die Pädagogen fühlen sich mit der Situation zunehmend überfordert und alleingelassen. Ich blicke in die Gesichter, um Kontakt aufzunehmen, lächle einige freundlich an. Eigentlich kann es jetzt losgehen, es ist 8 Uhr. Aber noch immer trudeln ein paar Teilnehmer ein und suchen sich Plätze, nach Möglichkeit nicht in den vordersten Stuhlreihen. Ich kenne diese Situation, mich erinnert das an das Verhalten von Schülern oder Studenten, die nicht angesprochen werden wollen. Einzelne essen geschwind ihr Müsli oder Brötchen auf. Zu Hause gefrühstückt haben sie offenbar nicht. Und während die meisten schnell im Thema drin sind sowie Papier und Stift oder ihr Tablet bereithalten, sitzen einige vor mir wie in einem Kino- oder Konzertsaal, wo jetzt etwas dargeboten wird. Notizen scheinen sie keine machen zu wollen – ein Indiz für mangelndes Interesse? Ob meinen Kollegen eigentlich bewusst ist, dass sie sich schon in den ersten fünf Minuten meiner Fortbildung aufführen wie die Schüler, über die sie sich immer beschweren? Und warum fällt mir das vor allem bei Männern auf?


Eine kurze Einzelarbeit steht an. Hinten im Raum nutzen zwei Kollegen den Moment, um interessiert auf ihre Smartphones zu blicken. Auch während der Gelegenheiten zum Austausch in kleiner Runde greifen einige unter dem Tisch zum Handy. Spontan entschließe ich mich zu einer paradoxen Reaktion, die ich auch Lehrern im Umgang mit Unterrichtsstörungen empfehle:
Sehr interessiert frage ich einen jungen Kollegen, ob ich einmal mitschauen kann, was da auf seinem Display so spannend sei. Ich bin dabei höflich und lächle; der Mann fühlt sich ertappt, aber nicht bloßgestellt, da wir humorvoll mit der Situation umgehen. Ich beobachte, dass einige andere Kollegen in der Folge ihre Handys wegstecken, manch einer blickt verlegen drein. Allerdings nur für kurze Zeit. Offensichtlich sind nicht nur Schüler, sondern auch bereits viele Lehrer so handyfixiert,
dass sie nicht bis zur nächsten Pause warten können. Schülern kann man Handys wegnehmen. Aber Lehrern?  Apropos Pause: Auch Lehrer sind Gewohnheitsmenschen, weshalb ich meine Fortbildung dem Rhythmus des normalen Schulalltags anpasse und um 9:30 Uhr eine Unterbrechung verkünde
– in genau zwanzig Minuten gehe es weiter. Gleichwohl nutzt ein Teil der Lehrerschaft den im Raum befindlichen Kaffee- und Versorgungstisch, um weiter zu plaudern und die Pause auszudehnen. Die Gespräche drehen sich hier und da bestimmt auch um Unterricht, um Schüler, Klassenarbeiten, Rahmenbedingungen der Arbeit und Ähnliches. Ich will und muss nicht alles wissen. Außerdem ist privater Austausch für das Wohlbefinden wichtig. Aber vorbildliches Verhalten gegenüber der Sache und dem Referenten sieht anders aus. Schließlich werde ich doch ein wenig ungeduldig und bitte
nachdrücklich, Platz zu nehmen. Das Programm ist sehr voll, ohne Effizienz geht es nicht. Ohnehin sollte Lernzeit immer gut genutzt werden. Das ist ein wichtiges Kriterium für guten Unterricht,
und das sollten auch meine Zuhörer heute eigentlich nicht nur wissen, sondern auch im Hier und Jetzt beherzigen. Wissen führt aber bekanntermaßen nicht immer zu entsprechendem Handeln. Im Plenum gibt es einige Gelegenheiten, Fragen zu stellen oder eigene Positionen und Erfahrungen hervorzuheben. Zwei Gruppen von Lehrkräften, die sich prinzipiell in jeder Lehrerfortbildung finden, versperren sich diesem Format. Zum einen gibt es die Bedenkenträger, die mit ihrer „Das-geht-in-meiner-Klasseaber-nicht-Argumentation“ aufwarten und Kollegen auf ihre Seite ziehen wollen.
Das ist heute erfreulicherweise nicht der Fall. Zum anderen ist da die kleine Gruppe der durchgängig Uninteressierten, die die Veranstaltung über sich ergehen lässt. Oder sie begreift sie gleich als willkommene Auszeit vom Unterrichtsalltag. Die Veranstaltung geht bis 16 Uhr. Bereits am Vormittag haben mir einige Teilnehmer signalisiert, dass sie früher wegmüssten, weil sie noch eine weitere Veranstaltung oder nicht zu übergehende Verpflichtungen hätten. Nach und nach verabschieden sich ungefähr 12, 13 Kollegen. Ein Sechstel ist das. In einer Klasse mit 30 Schülern würden im Nachmittagsunterricht jetzt mindestens fünf Jugendliche fehlen. Einige Lehrer bedanken
sich beim Abschied für mein Engagement und das Angebot. Immerhin. Ich bezweifle trotzdem, dass es bei Mercedes, Bayer oder einem anderen führenden Wirtschaftsunternehmen genauso möglich ist, sich von einer Besprechung oder Weiterbildung ad hoc selbst zu befreien. Nun bin ich überzeugt: Selbstkritik ist immer der erste Schritt zur Analyse. Also blicke ich auf meinen persönlichen Beitrag zu dieser unbefriedigenden Situation: Ist es das Thema, sind es die Inhalte oder die Methoden, die zur Flucht drängen? Bin gar ich selbst so ein Langweiler? Ich beruhige mich damit, dass Evaluationen
meiner Fortbildungen für gewöhnlich eher Alltagsrelevanz, Anschaulichkeit und Lebendigkeit spiegeln. Kurz vor dem Ende der Veranstaltung bitte ich die Teilnehmer, sich noch einmal zu vergewissern, welche der Impulse und Anregungen sie denn nun in ihrem eigenen Unterrichtsalltag nutzen möchten. Außerdem sollen sie sich klar darüber werden, was sie im Lehrerteam gemeinsam angehen wollen. Das Gros nimmt diesen Auftrag ernst. Was aber ist mit denen, die diese Form der Selbstreflexion und die damit verbundene kurze Besinnungszeit übergehen? Ich bin überzeugt, dass es diese Selbstverpflichtung zwingend braucht, wenn Fortbildung in der Praxis wirksam werden soll.
Nur wer sich selbst Entwicklungsziele setzt, wird auf Dauer ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin. Wie man weiß, tragen externe Qualitätsanalysen nur unwesentlich mit dazu bei, dass sich der Alltagsunterricht verbessert. Auch veränderte Lehrpläne entwickeln nur eine bescheidene Wirkung. Moderne Medien können den Unterricht beleben und die Schüler in besonderer Weise ansprechen, sie ersetzen aber nicht die Lehrkraft. Auf den Lehrer kommt es an. Das weiß man nicht erst seit 2009, als der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie durch die nach ihm benannte Studie bekannt wurde: eine Metaanalyse von Hunderten von Metaanalysen, die untersuchte, welche Faktoren auf Schülerleistungen einwirken. Sie ergab, dass es weiterhin stark auf die Lehrperson ankommt, ob Schüler in der Schule erfolgreich sind. Allerdings sind dafür ganz bestimmte Fähigkeiten und Kompetenzen nötig. Machen sich Lehrerinnen und Lehrer eigentlich hin und wieder klar, dass ihr Beruf nicht ist wie jeder andere? Ich will hier nicht pauschal Kollegenschelte betreiben. Eine deutliche Mehrheit der Pädagogen in unseren Schulen engagiert sich jeden Tag aufs Neue und ringt trotz schwieriger werdender Rahmenbedingungen darum, den eigenen Unterricht immer noch besser
zu machen. Aber es gibt auch diese Kollegen, die in meinen Veranstaltungen auffallen, weil sie sich verhalten wie unerzogene Schüler. Wie war das noch? Mangelnde Motivation und Lernbereitschaft,
fehlende Konzentration, Zuverlässigkeit und Selbstbeherrschung – angeblich das Problem vieler Schüler. Und was ist mit ihrem Gegenüber? Weder die Bedeutung ihrer erzieherischen Rolle noch die eigene Vorbildfunktion scheint diesen Lehrern präsent zu sein. Und kann man, wenn man selbst
durch Nachlässigkeit und Teilnahmslosigkeit auffällt, guten Unterricht machen? Ich kenne zu diesen Fragen, die ja doch entscheidend sind, keine wissenschaftliche Forschung. Meine Erfahrung jedoch lehrt mich: Wer sich für seine Schüler interessiert, wer selbst mit Neugier an die zu vermittelnden Dinge herangeht und sich lernbereit zeigt, der wird auch von seinen Schülern geschätzt. Wer
hingegen nicht das vorlebt, was er von seinen Schülern erwartet, verliert seine Glaubwürdigkeit. Außerdem verspielt er Anlässe, um die Schüler anspornen und mitnehmen zu können. Unterrichtserfolg ist am Ende des Tages eben durchaus eine Frage der Haltung. Vielleicht nicht nur. Aber ganz bestimmt auch.

Ab sofort: Logopädie auch per Skype!

Liebe Patienten/Innen,

ab sofort bieten wir logopädische Leistungen per Skype an.
Dazu benötigen wir Ihre Mobiltelefonnummer und Ihre Einverständniserklärung,

Bitte sprechen Sie auf unseren Anrufbeantworter (040 79685666), hinterlassen Sie dort die notwendigen Angaben (siehe oben) und ein Zeitfenster, in dem wir Sie erreichen können.

Frau Schadewaldt wird dann Kontakt zu Ihnen aufnehmen und alles weitere mit Ihnen besprechen.

Liebe Grüße aus der Lernwerk Logopädie - Praxis Bergedorf


Freitag, 20. März 2020

Wichtige Info an unsere Nachhilfe-Kunden. CORONA BONUS!!

Hallo,

wie Sie wissen, findet Unterricht nur noch per SKYPE statt. Ihre augefallenen Stunden werden Ihnen gutgeschrieben und Sie können diese -nach der Aufhebung der Verfügung für private Bildungseinrichtungen- nachholen.

Sicherlich wird der Nachholbedarf auf Grund der Stundenausfälle enorm hoch sein.

Als Corona - Bonus bieten wir unseren Kunden an, dass Sie 25 % Mehrstunden gratis erhalten, wenn die Verträge ungekündigt bleiben (bis Ablauf der vereibarten Laufzeit)!


Ergotherapie und Logopädie werden weiterhin angeboten (Nur Einzeltherapien), häusliche Therapien fallen aus.

Dienstag, 17. März 2020

Nachhilfe ab sofort per SKYPE!

Hallo,

keine Corona-Panik!

Wir unterrichten weiter - per Skype!

Infos: 040 / 79685666.

Dieses Angebot gilt für unsere Kunden bis zur Aufhebung der "Corona-Sperre" und natürlich auch für Neukunden.

Liebe Grüße aus dem Lernwerk

S. Holger Schulze

Sonntag, 23. Februar 2020

Hirnwellen - welche aktivieren wir wann? Disregulation therapiert man mit Neurofeedback

Die Gehirnwellen

Neurofeedback wäre nicht möglich ohne die Erforschung der Hirnwellen. Denn unser graues Organ ist elektrisch aktiv, d.h. es gibt messbare Spannungsänderungen an der Kopfoberfläche. Diese entstehen durch Schwankungen des Aktionspotentials entlang der Nervenzellen.
Wir möchten Ihnen im Folgenden einen Überblick über die verschiedenen, beim Menschen gemessenen Gehirnwellen geben. Die Methode, die in der klinischen Praxis hierfür verwendet wird, bezeichnet man als Elektroenzephalographie, das grafisch dargestellte Frequenzmuster ein Elektroenzephalogramm (EEG).
Erstes EEG von Hans Berger
Die Aufgabe eines Neurofeedback-Therapeuten besteht nun darin, dieses EEG zu lesen, zu interpretieren und im Laufe der Behandlung das Gleichgewicht der Wellen in den verschiedenen Hirnarealen wiederherzustellen. So gehen zum Beispiel zu hohe oder zu niedrige Vorkommen einer Frequenz mit bestimmten Symptomen oder Krankheitsbildern einher (zu viel Theta bei ADHS, zu viel High-Beta bei Angststörungen usw).

Delta (0,5 – 3 Hz)


Deltawellen weisen die niedrigste Frequenz unter den menschlichen Hirnwellen auf. Im EEG zeigt sich Delta als langer, großer Ausschlag.

Delta wird in der Regel assoziiert mit traumlosem Tiefschlaf und Tiefenentspannung.

Theta (4 – 8 Hz)


Thetawellen sind meistens an ihrer charakeristischen, annähernd eckigen Form erkennbar.

Sie treten meistens bei leichtem Schlaf, Trance, Kreativität und Träumerei sowie hypnoseartigen Zuständen auf.

Alpha (8 – 12 Hz)


Alpha-Wellen treten in der Regel bei entspanntem Wachzustand auf.

Während der Meditation oder bei Tätigkeiten ohne kognitive Anstrengung lässt sich ebenfalls ein erhöhtes Alpha-Vorkommen messen.

Beta (13 – 30 Hz)


Das Beta-Frequenzband ist ein relativ breites Spektrum, das man in mehrere Klassen unterteilt:

Low-Beta / SMR (12 – 15 Hz)


Häufig während Konzentration und geistigem Fokus, jedoch bei größtmöglicher Entspannung und körperlicher Ruhe (wie z.b. Arbeit am Computer, Hausaugaben, etc.)

(Mittleres) Beta (13  – 21 Hz)


Tritt auf bei hohem geistigen Fokus, hoher Konzentration und körperlicher Aktivität (z.b. Joggen, Sport).

High-Beta (21 – 35 Hz)


Wird assoziiert mit Hyperwachheit, sehr hohem Fokus, schneller kognitiver Verarbeitung sowie „Fight-Flight“-Modus (Fluchtmodus, ähnlich wie in Angst- und Panikattacken)

Gamma (40 Hz)


Gamma-Wellen sind in einem EEG mit bloßem Auge nicht erkennbar, da sie in der Regel von einem integrierten Filter „gekappt“ werden.

Das Gamma ist eine besonders faszinierende Frequenz, da sie sowohl bei extrem hoher Konzentration (z.b. bei Flow-Erlebnissen) auftritt, aber auch z.b. bei Mönchen mit langjähriger Meditationspraxis. Man geht davon aus, dass Gamma-Wellen immer dann auftreten, wenn das Gehirn  Umstrukturierungsmaßnahmen vornimmt, neues Wissen integriert und weite Teile seiner Areale miteinander synchronisiert.

Donnerstag, 20. Februar 2020

Das Gehirn ist schlauer als Du denkst...

Klicken Sie auf diesen LINK: Das Gehirn ist schlauer als Du denkst..

Die Neuroplasizität, also die Nutzung des vorhandenen Hirnareals bezieht sich nicht auf linke-rechte-Gehirnhälften, sondern auf das Gehirn als Ganzes. Also auch auf partielle Gehirnareale mit denen man geboren wurde. Das Gehirn kann dann die Verknüpfungen so entwickeln dass alle Fähigkeiten, die ein "normales Gehirn" von Geburt an angelegt hat, entstehen.   Diese Eigenschaft macht man sich auch beim Neurofeedback (SCP, HEG) zu Nutze. Schlaganfallpatienten oder operierte Menschen nach Hirntumorentfernungen, profitieren oftmals stark von diesem Training.

Kostenfreie Infos erhalten Sie in Ihrem Lernwerk Therapiezentrum.

www.lernwerk-ag.de

Donnerstag, 6. Februar 2020

ADHS und Neurofeedback. Aus Jameda von Herr Dr. Kühle

Was ist ADHS und was können Eltern tun?

© WavebreakMediaMicro - FotoliaADHS Symptome und Behandlung (© WavebreakMediaMicro - Fotolia)Was ist ADHS?

Nach medizinischen Leitlinien und in den Regularien der Krankenkassen liegt sie dann vor, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch immer wiederkehrende Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität in allen Lebensbereichen beeinträchtigt sind. Lebensbereiche der Kinder sind die Familie, Kindergarten/Schule und die Freizeit mit oder ohne Freunde. Auf allen Kontinenten der Erde kommt diese Störung bei 5% der Menschen vor. Und, wenn man nicht nach Hyperaktivität, sondern nur nach Unaufmerksamkeit fragt, dann sogar bei bis zu 10%. Das bedeutet, von 20 Kindern einer Schulklasse haben meist 1-2 Kinder ein ernsthaftes Problem mit der Konzentration im Unterricht und bei den Hausaufgaben oder sind übertrieben schusselig zu Hause.

Was ist ADHS, wie sie ein erfahrener Arzt bei Kindern und Familien miterlebt?

Eine Regulationsstörung, die bei manchen Kindern schon im Säuglingsalter und bei vielen im Kindergartenalter sichtbar wird: Alle Wahrnehmungs- und Handlungsvorgänge im Gehirn sind immer wieder kurz unterbrochen. Oft werden Aufträge nicht wahrgenommen, müssen deshalb mehrfach wiederholt werden, auch wenn das Kind nicht in einer Verweigerungshaltung ist. Handlungen und Bewegungen erfolgen häufig mit unangemessener Heftigkeit (z .B. Zärtlichkeit). Im Schulalter wird es den Eltern in der Regel deutlich.
Diese Frage taucht in keinem Fragekatalog auf, ist aber das Hauptleid, das mit der Zeit zum Verlust der Anstrengungsbereitschaft führt. Von dieser Bereitschaft, sich Mühe zu geben, hängt der Verlauf des Lebens immer wieder entscheidend ab: Ob ich schnell aufgebe oder mich mit Zuversicht durch ein Problem durchbeiße, bestimmt über spätere Zufriedenheit oder den Verlust des Selbstvertrauens.

Was können wir tun?

Die unwillkürlichen sehr kurzen Aufmerksamkeitsabbrüche werden auf Video sichtbar und auch, wie Eltern und Kinder sich gegenseitig steuern. Wenn Eltern Kleinigkeiten, die wichtig sind, an ihrem Verhalten ändern, können sie den Lebensweg ihrer Kinder günstig beeinflussen: z. B., indem sie die Momente nicht verpassen, in denen sich ihr Kind Mühe gibt. Und, indem sie sicher im (Durch-)Setzen von Grenzen werden, sollte ihr Kind sich unberechtigt verweigern.
Viele Folgen der ADHS lassen sich dadurch vermeiden. Ist die Aufmerksamkeitsspanne zu kurz oder kann in der Schule trotz normaler Intelligenz das Gelernte nicht abgerufen werden, kann ein Medikament den kontinuierlichen Zugriff auf die eigenen Fähigkeiten wiederherstellen. Dann schafft das Kind oder der Erwachsene auf einmal das, was es/er sich vorgenommen hat. Daraus erwachsen Zuversicht und Selbstvertrauen. Es kommt jedoch auf die genaue Dosierung des Medikaments an. Falsche Dosierung ist die häufigste Ursache für mangelnde positive Wirkung und unangenehme Nebenwirkungen der Medikamente! Wir können mit videogestützter Verhaltensbeobachtung die optimale Dosis bestimmen.

Neurofeedback und Biofeedback

Bei vielen Kindern mit ADHS ist das Gehirn nicht richtig aktiviert, wenn sie eine Aufgabe erledigen. Andererseits sind sie oft übermäßig aufgeregt, wenn sie in einer Arbeit eine schwierige Aufgabe gestellt bekommen. Das angemessene Aktivieren wird mit dem Neurofeedback trainiert. Das angemessene sich entspannen und sich sammeln in Belastungssituationen wird mit dem Biofeedback trainiert. Beides sind Methoden, die ganz ohne Medikament auskommen

Sonntag, 29. Dezember 2019

Genial: Lebenslanges Lernen für Eltern, einfach mal wieder mit dem Kind zur Schule gehen...


aus F.A.S. - LEBEN
Mama, machen wir jetzt mein Referat?
Mehr als zehn Jahre lang hat Anke Willers die Hilfslehrerin für ihre beiden Töchter gespielt. Sie wusste, es ist pädagogisch falsch – aber die Schulen erwarten es stillschweigend, und alle Eltern tun es. Jetzt hat sie ein Buch darüber geschrieben. Ein Vorabdruck.
Vielleicht ist es das bayerische Schulsystem, vielleicht hatten meine Kinder auch besonders ambitionierte Erstklasslehrer, vielleicht hatten die Mütter im Kindergarten doch recht gehabt mit ihrer vorschulischen Leseförderung – auf jeden Fall war die Botschaft bei beiden Kindern: „Bis Weihnachten müssen die einigermaßen lesen können. Und deshalb müssen Sie üben, üben, üben. Jeden Tag mindestens 15 Minuten, besser mehr“, hieß es am ersten Elternabend.
Mit „Sie“ war ich gemeint. Oder der Kindsvater. Oder die Omas und Opas. Da unsere Großeltern Hunderte von Kilometern entfernt lebten und der Kindsvater am anderen Ende der Stadt Vollzeit arbeitete, blieb nur ich übrig. Denn ich hatte meine Stunden in der Redaktion wegen der Kinder reduziert.
Letzteres war auch nötig, denn bis Weihnachten war nicht viel Zeit. Ich versuchte damals auch, mich daran zu erinnern, wann ich selbst lesen gelernt hatte. Ich glaube, ich konnte es erst irgendwann um Pfingsten – was aus bayerischer Sicht kein Wunder ist, denn in Bayern gelten Menschen, die in nördlichen Bundesländern zur Schule gegangen sind, gerne mal als arme Würstchen mit Spar-Abitur.
Als meine Töchter in die Grundschule gingen, gab es für Leseanfänger Arbeitsblätter und -bücher mit „Mimi, die Lesemaus“. Bis heute habe ich eine gewisse Hochachtung vor den Leuten, die sich die Erstklassmaterialien ausdenken. Ich meine, das muss man erst mal hinkriegen: Lesesätze kreieren, wenn man dafür nur das A, das I und eine Handvoll weiterer Laute zur Verfügung hat. Die Macher der Erstklasslesebücher schienen da allerdings völlig schmerzbefreit und dichteten Sätze von schlichter Schönheit: „Mimi malt lila Marias.“ „Backmeister Bimbam backt braune Brezn.“ „Oma ist am Lamm.“ „Ali ist am Ast.“
Mal abgesehen davon, dass es mir oft schwerfiel, bei dieser Lektüre konzentriert zu bleiben und nicht nebenher die Spülmaschine auszuräumen oder wenigstens die Post durchzusehen, war ich immer froh, wenn die Kinder keine weiteren Fragen stellten. Ich wäre relativ ratlos gewesen, wenn sie gefragt hätten, was es bedeutet, dass Ali am Ast ist. Hat der Mann Selbstmordabsichten? Handelt es sich um einen Waldarbeiter mit Migrationshintergrund? Und warum ist Oma am Lamm? Zum Streicheln. Zum Kochen. Oder muss sie ihre Rente aufbessern und arbeitet stundenweise in der Frischfleischabteilung?
Fakt war: Wir übten. Und ich versuchte dabei möglichst wenig vorzusagen. Doch anscheinend war das nicht genug. Im Mitteilungsheft stand regelmäßig: „Greta liest die neuen Wörter zu stockend und zu ungenau und muss mehr üben.“
Und in den Schreibheften, die ich wegen der lustigen Verballhornungen jahrelang aufgehoben habe, gab es neben dem „Furzelgemüse“ Kommentare in roter Korrekturschrift: „Wurzelgemüse! Greta, übe den Unterschied zwischen dem weichen W und dem scharfen F.“ Oder: „Bitte die Merkwörter noch mal ordentlich abschreiben.“ Oder: „Greta, gib Acht beim G: Das Schwänzchen muss nach unten in den Keller.“
Wie ich versuchte, mich zu kümmern – aber nicht zu viel
Eltern sollten keinen Druck machen.
Eltern sollten keinen Druck machen.
Eltern sollten keinen Druck machen.
Diesen Satz habe ich so oft gehört, dass ich ihn hier gleich mehrmals hinschreiben muss. Manchmal stand er sogar in der Zeitung. Meistens dann, wenn es Zeugnisse gab und meine Journalisten-Kollegen von den Tageszeitungen Psychologen zum Thema schlechte Noten befragten. Deren Credo lautete: „Bitte ganz entspannt bleiben. Immer dran denken: Kein Kind will schlechte Noten haben. Und: Bitte! Keinen! Druck! Machen!“
Natürlich sollen Eltern keinen Druck machen auf Kinder, die sieben Jahre alt sind oder acht. Auch nicht auf Kinder, die zwölf sind oder 13. Druck macht eine Matschbirne. Druck ist schlecht, wenn man herausfinden soll, wie lange die Nacktschnecke Gertrud kriechen muss, wenn sie zehn Zentimeter in der Minute schafft und die Straße, über die sie will, drei Meter breit ist.
Mir war das klar. Ich spürte aber auch sehr deutlich: Wir Eltern sollen uns um die Schulbelange unserer Kinder kümmern, wir sollen uns einbringen. Die Schule braucht uns, weil sie personell und auch sonst so knapp bestückt ist, dass der Laden ohne elterliche Unterstützung nicht läuft.
Kann man als berufstätige Mutter in diesem ganzen Durcheinander von widersprüchlichen Botschaften einigermaßen entspannt bleiben?
Ja, man kann. Und auch, wenn es viel Kraft kostet: Solange die Kinder gut in der Schule sind und wenn alles läuft, wie es soll, kriegt man es irgendwie hin. Ohne Burnout. Ohne Helikopter. Und ohne dass das schlechte Gewissen übermächtig wird. Aber wenn es nicht so läuft, ist es fast unmöglich.
Wenn es nicht so läuft in der Schule, fällt einem die Mutterrolle nämlich auf die Füße. Oder das, was die Gesellschaft unter einer guten Mutter versteht. Dann heißt es: „Du musst dich mehr kümmern. Aber bitte ganz entspannt und auch nicht zu viel. Denn wenn du dich zu viel und unentspannt kümmerst, bist du eine Helikoptermutter, eine Tiger Mom, eine hysterische Eislaufmutter.“ Alles irgendwie unsympathisch – und alles auch wieder falsch.
Es ist verdammt schwer, sich genau richtig zu kümmern, wenn es nicht läuft in der Schule. Dann bedeutet Kümmern nämlich auch: Hausaufgaben nach dem Hort anschauen. Feststellen, dass sechs von zehn Matheaufgaben falsch sind und dass das Kind das Prinzip nicht richtig verstanden hat. Abends um fünf das Kind dazu bringen, sich die Sache noch mal anzuschauen. Und dann aushalten, wenn es vor Wut gegen die Schultasche tritt und „Scheiß Schule“ brüllt.
Oder bei der Drittklässlerin freitags nachfragen: „Sag mal, schreibt ihr nicht bald wieder Deutsch?“
„Mmh ...“
„Wann denn?“
„Nächsten Montag.“
„Oh, da musst du ja dann noch üben!“
„Samstag wollte ich aber schwimmen gehen, es soll 30 Grad werden ... Und am Sonntag ist Geburtstag bei Lisa.“
„Aber du hattest in der letzten Deutscharbeit eine Vier minus ...“
„Mama, ich will aber mit!“
Wenn es nicht läuft, steht im Zwischenzeugnis der dritten Klasse unter „ergänzende Bemerkungen“:
„Ida wendet die erlernte Abschreibtechnik noch nicht konsequent an. Auch zu Hause sollte sie vorher an die Abfolge der einzelnen Schritte erinnert werden. Ein Mitsprechen der jeweils zutreffenden Regel beim Schreiben würde ihre Rechtschreibsicherheit erhöhen. Im Bereich Schreiben sind der zusätzliche Übungsaufwand und die vermehrte Aufmerksamkeit beim Abschreiben von Texten sicherlich lohnend. Förderbedarf besteht auch bei den Einmaleinsreihen, welche noch intensiver eingeübt werden müssen. Mithilfe der Hefteinträge sollten auch zu Hause die Eigenschaften von Körpern wiederholt werden.“
Wie das Russische Reich
zerfiel und ich nicht dabei war
Kurz nach meinem Umzug in den Norden wurde Greta in ihrer Schule ein großes Referat angekündigt. Es trug den Titel: „Die Neuordnung Osteuropas nach 1918/1919“. Und es gehörte zur traditionellen Projektpräsentation, die viele der hiesigen Realschulen in der Neunten auf dem Lehrplan stehen haben. Sie umfasste ein 45-minütiges Gruppenreferat – mit Powerpoint-Präsentation und Plakat – sowie eine 20-seitige schriftliche Ausarbeitung mit Auswertung von Sekundärliteratur und Handout. Das Ganze sollte in Deutsch wie eine Schulaufgabe zählen und in Geschichte und IT wie eine Stegreifaufgabe.
Schon Wochen und Monate vor Beginn dieses Projekts waren alle aufgeregt. Denn keiner wusste so genau: Wie macht man so ein Referat mit 20 Seiten? Wie arbeitet man mit Sekundärliteratur? Wie macht man eine gute Präsentation? Die Schule bot zwar Hilfestellung an, aber selbst Eltern, die sonst nie den Personal Trainer gaben, war klar: Bei so einem großen Projekt müssen wir jetzt auch mit ran. Ohne uns geht das nicht. Schließlich sind Referate die Paradedisziplin für engagierte Hilfslehrer. Fast alle Eltern helfen. Und es soll sogar welche geben, die schreiben später an der Uni noch bei den Seminararbeiten mit.
Ja, natürlich ist das pädagogisch falsch. Es ist auch das Gegenteil von Chancengleichheit für die Kinder. Und ein weiteres schönes Beispiel dafür, warum Schulerfolg vom Elternhaus abhängt: Wer zu Hause Eltern hat, die einen ordentlichen Computer haben, einen Farbdrucker, Kenntnisse im Erstellen und Strukturieren von Präsentationen und vor allem Zeit, sich damit zu befassen, ist klar im Vorteil. Wer das nicht hat – Pech gehabt!
Denn auch wenn die meisten Lehrer es nicht laut sagen würden: Viele scheinen schlicht davon auszugehen, dass zu Hause jemand ist, der sich schon um die Referat-Genese kümmern wird. Oder wie sonst kann man es interpretieren, wenn schon Drittklässler aufgefordert werden, ein kleines Referat zum Killerwal zu machen: „Wir sollen ein paar Infos aus dem Netz holen, Mama. Aber ich darf ja gar nicht alleine an den Computer. Kannst du mit mir mal in das Erwachsenen-Internet gehen und gucken, wie der Killerwal seine Babys kriegt? Und dann sollen wir ein paar Fotos ausdrucken. Und Mama, wie macht man dann dazu fünf Minuten Referat?“
„Man überlegt sich, was wichtig ist. Und macht dazu Stichworte auf ein Blatt. Oder noch besser auf Karteikarten. Und dann erzählt man das vor den anderen.“
„Aber die Lehrerin hat gesagt, wir sollen dazu ein Plakat machen.“
In der Sechsten kommt dann das Englischreferat über ein Thema der Wahl.
„Mama, ich nehm’ James Bond“, sagt das Kind. „Ich mag den Daniel Craig. He’s a very good-looking guy.“
„Also gut“, sagt die mütterliche Hilfslehrkraft, „dann recherchier mal. Und dann machen wir ein rehearsal.“
„Re ... was? Aber Mama, was kann ich denn noch schreiben außer das mit dem good-looking?“, fragt das Kind, und schon fängt die mütterliche Hilfskraft an zu googeln: Aston Martin, Ursula Andress, Sean Connery, Skyfall, Casino Royale.
Jetzt also die Neuordnung Osteuropas nach 1918/19 auf 20 Seiten. Und ich war nicht da.
Greta schimpfte noch ein bisschen. Dann ging sie in die Stadtbücherei und holte Bücher. Versuchte Sekundärliteratur zu verstehen und Übersetzungen von Quellen. Fragte Google, Wikipedia und die üblichen Verdächtigen im Netz. Und wurschtelte sich durch die verschiedenen Frontverläufe und Abspaltungsbestrebungen der osteuropäischen Länder zwischen 1914 und 1918, während ich in meiner Hamburger Redaktion Texte aus dem 21. Jahrhundert bearbeitete.
Am Abend saß das Kind in München mit dem historisch interessierten Vater auf dem Sofa und redete über Lenin, den Zaren und die Unabhängigkeit Weißrusslands. Am Ende hatte es den Blocksatz vergessen, die Sekundärliteratur nicht ganz richtig zitiert und wusste in der Ausfragestunde nicht genau, was Kapitalismus ist. Das gab ein paar Punkte Abzug bei Pflicht und Kür. Ich gab ihr eine Eins mit Sternchen für selbständiges Arbeiten. Und mir ebenfalls: fürs Raushalten.
Die hier abgedruckten Auszüge sind Anke Willers’ Buch
„Geht’s dir gut oder hast du Kinder in der Schule?“
entnommen, das am 8. Juli erscheint; Heyne Verlag, 19,99 Euro, 272 Seiten.